Wie in allen Sportarten sind auch im Tischtennissport einige Regeln zu beachten und einzuhalten.
Kleidung:
Bei einem Meisterschaftsspiel ist vorausgesetzt, dass alle Mannschaftsmitglieder, die aktiv am Spiel teilnehmen, in einheitlichen Trikots antreten. Ferner sind kurze Hosen zu tragen.
Verstöße gegen diese Kleiderordnung werden vom Verband mit diversen Geldstrafen an den Verein versehen.
Spielmaterial:
Im Wettkampf sind nur Schläger (Hölzer und Beläge) mit DTTB oder ITTF Zulassung zum Spiel freigegeben. Die Beläge müssen sich in Farbe für Vorhand und Rückhand unterscheiden (rot/schwarz) und dürfen eine Dicke von 4,0 mm nicht überschreiten. Auch der Ball muss einigen Kriterien entsprechen:
so dürfen im Profisport nur gelbe Bälle mit Wettkampfzulassung (3 ***) gespielt werden, die ein bestimmtes Gewicht haben müssen, welches sich auf 2,5 g bei 38 mm Durchmesser beläuft (ab Saison 2000/2001 im Profisport (2001/2002 Amateure) 40 mm). Bei den Amateuren ist die Farbe des Spielballes nicht vorgeschrieben, dort werden meistens weiße Bälle gespielt.
Natürlich müssen auch die Tische und Netze der Wettkampfordnung entsprechen. Die Netzhöhe entspricht 15,25 cm über die gesamte Spielfläche. Die Platte ist 2,74 m lang und 1,525 m breit und muss vom Boden einen Abstand von 76 cm aufweisen.
Im Spiel:
Natürlich ist das Spiel selbst wie jedes andere auch mit Regeln versehen, die einzuhalten sind.
Aufschlag:
Beim Aufschlag ist darauf zu achten, dass der Ball aus der offenen Hand hinter der Platte und oberhalb der Spielebene mindestens 16 cm effetlos hochgeworfen wird, da er sonst ungültig ist und vom Schiedsrichter evtl. mit Punktstrafen verbucht werden kann. Der Aufschlag muss dann so gespielt werden, dass er beide Tischhälften genau einmal berührt. Er kann sowohl mit der Vor- als auch mit der Rückhand gespielt werden. Im Doppel ist daran zu denken, dass der Aufschlag diagonal gespielt werden muss (von rechts nach links). In einem Spiel hat jeder Spieler je 2 Aufschläge. Gibt es ein 10:10 Unentschieden in einem Satz, so wird der Aufschlag pro Punkt gewechselt, und es wird so lange gespielt, bis ein 2-Punkte-Vorsprung herausgespielt worden ist.
Spiel:
Der Ball muss jeweils immer direkt oder im Ballwechsel auch mit Netzkontakt auf die gegnerische Tischhälfte gespielt werden.
Ein Spiel geht je nach Wettkampf über 3 oder 4 Gewinnsätze a 11 Punkte (Sonderregelung für 10:10 s.o.), die abgesehen von regelgerechten Pausen ohne Unterbrechung durchgespielt werden.
Das Ziel des Spiels ist es, den Gegner durch spielertypspezifische Schlagarten zu Fehlern zu zwingen.
Techniken/Schlagarten/Strategien:
Aufschlag:
Schon beim Aufschlag gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Ball zu spielen
Unterschnitt-Aufschlag:
Der Ball wird mit Unerschnitt gespielt (Ball dreht sich entgegengesetzt zur Spielrichtung), indem der Schläger nahezu parallel zum Tisch unter den Ball bewegt wird. Dieser Aufschlag ist eine gute Möglichkeit, den Gegner zu zwingen, nicht anzugreifen, sondern den Ball nur zurückzuspielen, mit dem Ziel selber anzugreifen. Je nach stärke des Schnittes hat der Gegner dann u. U. Probleme, dass der Ball ihm ins Netz springt, da der Rückdrall zu stark ist. Ist der Schnitt jedoch zu schwach und der Aufschlag entsprechend lang, hat der (offensiv eingestellte) Gegenspieler keine Probleme, direkt sein Angriffsspiel aufzuziehen.
Seitenschnitt-Aufschlag:
Der Ball wird mit Seitenschnitt gespielt, indem der Schläger nahezu im rechten Winkel zum Tisch gehalten und am Ball "vorbeigestreift" wird, mit dem Ziel den Ball, optimal um 90° zur Spielrichtung versetzt, zu drehen. Dieser Aufschlag bietet eine gute Gelegenheit, gegen offensiv unsichere Spieler direkt zu punkten, da beim Zurücklegen der Ball leicht ins Aus springen kann. Ist der Ball jedoch lang und der Gegner im Offensivspiel sicher, hat er meist keine Probleme, einen nahezu seitenschnittreinen Aufschlag anzugreifen.
Mischung aus Seiten- und Unterschnitt:
Hierbei kann durch die Schlägerhaltung eine Mischung aus den o. g. Aufschlagarten erzielt werden. Dabei bietet es sich an, den Schnitt oft zu variieren, um den Gegner zu verwirren und zu leichten Fehlern (zu hoher/langer Rückschlag etc.) zu zwingen.
Rollaufschlag/Konteraufschlag:
Hierbei wird der Ball mit normal gehaltenem Schläger nahezu ohne Schnitt gespielt. Besonders der schnelle Konteraufschlag dient dazu, den Gegner zu überraschen. Am besten wird der Aufschlag in den offenen Teil (da wo der Gegner nicht steht) weit nach außen oder direkt auf den schlägerführenden Arm des Gegners gespielt, sodass dieser nicht schnell reagieren und die Entscheidung treffen kann, mit welcher Seite er den Ball spielen soll.
Überschnittaufschlag:
Ähnelt dem Topspin. Hier wird der Schläger über den Ball "gezogen", sodass zusätzlicher Drall in Spielrichtungerzeugt wird. Dabei spielt der Gegner oft zu lang oder direkt ins Aus zurück. Auch dieser Aufschlag kann mit verschiedenen Seitenschnitten zum effektiveren Aufschlag abgewandelt werden.
Spielertypen und deren Techniken:
Defensiv Pur:
Dieser klassische, reine Defensivspieler versucht vor allem eigene Fehler zu vermeiden und wartet auf Fehler des Anderen. Er produziert zumeist unterschnittene Bälle. Dabei geht ihm Ballkontrolle über alles. Diese Art von Spieler bevorzugt meist sehr langsame (1.0-1.2 mm) Noppen Innen oder Noppen Außen Beläge auf beiden Schlägerblattseiten.
Defensiv Stör:
Dieser Defensivspieler ist wesentlich risikofreudiger und versucht durch Wechseln zwischen Schnittarten (Unterschnitt, Seitenschnitt, hohe Ballonbälle) die Fehler des Gegners zu provozieren. Er verwendet meist, um den Gegner noch mehr zu verwirren, verschiedene Belagarten auf den beiden Seiten (Anti-Spin, Noppen Außen...)
Defensiv + Konter:
Dieser aggressive Abwehrer versucht, sich ihm jede bietende Chance zum Gegenangriff zu nutzen. Er kommt meist als Mischform mit dem Defensiv Stör Spielertyp vor und spielt meist griffige, schnellere Beläge (Mittellange Noppen, kurze Noppen etc.).
Allround:
Der Offensiv Spieler mit geringerer Risikobereitschaft, der sich beim gegnerischem Druck auch in die Defensive oder ins passive Blockspiel zurückzieht. Seine Stärken sind meist Topspins mit geringerer Dynamik und Block- und Unterschnittbälle auf der Rückhandseite. Dieser Spieler verwendet meist Noppen Innen Beläge mit einer Schwammstärke bis zu ca. 1,7 mm.
Spin Offensiv:
Der Topspin in all seinen Variationen ist der wichtigste Schlag dieses Spielertyps. Der Top- oder Sidespin dient diesem Spieler nicht nur als Vorbereitungsschlag, sondern auch als punktbringender Endschlag. Noppen Innen Beläge bis zu 2.0 mm Stärke sind das Material dieses Spielertyps.
Vario Offensiv:
Aggressives Topspinspiel mit viel Tempo, überwiegend aus der Kurzdistanz, Abschluss des Ballwechsels mit harten Schüssen oder Schlagspins und der Wille, das Spiel selbst in die Hand zu nehmen und zu diktieren, zeichnen den Vario Offensiven Spieler aus. Beläge jenseits der 2.0 mm Grenze werden von diesem meist bevorzugt. Dieser Spieler bevorzugt auch das Frischkleben der Beläge vor dem Spiel, was ebenfalls noch den Spin und das Tempo erhöht.
Tempo-Offensiv:
Diese Spieler verzichten weitgehend auf Spin in der Vorbereitungsphase und versuchen in schnellen Block- und Konterduellen den Gegner auszuplatzieren, um dann mit einem harten Schuss zu punkten. Dieser Spieler wählt entweder schnelle Noppen Innen Beläge oder aber auch kurze Noppen Außen Beläge, die für schnelles Konterspiel sorgen.
Im Spiel / Die Grundlagen:
Grundstellung:
Dies ist die Stellung, die man bei gegnerischem Aufschlag vor dem Ballwechsel einnimmt. Je nach Spielerstärke sieht diese anders aus. Ist man ein vorhandstarker Spieler, so stellt man sich etwas versetzt zur Mitte in die Rückhandseite, um seine starke Vorhand mehr einsetzen zu können und die vermeintlich schwächere Rückhand in den "Hintergrund" zu stellen. Genauso ist es andersherum. Beidseitig starke Spieler werden wohl dennoch die erste Möglichkeit wählen, da man mit der Vorhand wesentlich mehr Druck und Tempo entwickeln kann. Letztendlich jedoch bleibt es dem Spieler aber selber überlassen, eine geeignete Stellung zu finden. Es soll dabei immer versucht werden, in diese Grundstellung zurückzukehren, um die bestmögliche Ausgangsposition für den nächsten Schlag zu haben. Einige Grundsätze haben sich aber etabliert: Die Beine sind gebeugt, der Köper nach vorne geneigt und das Gewicht leicht auf die Fußballen verlagert. Dabei wird Spannung erzeugt, die es dem Spieler ermöglicht, sich schnell zum Rückschlag zu stellen.
Schlägerhaltung:
Shakehand:
Diese Schlägerhaltung findet die stärkste Verbreitung in Europa. Sie ermöglicht im Gegensatz zum Penholder z.B. eine relativ einfache Spielweise mit Vor- und Rückhand für alle Spielertypen. Das Schlägerblatt wird dabei zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten, die sich gegenüber liegen (paralleler Verlauf). Die anderen Finger sind um den Griff gelegt, sodass der Mittelfinger leicht den Handballen berührt. Der Griff sollte nicht verkrampft sein, und das Handgelenk sollte mit dem Unterarm eine Gerade bilden, also nicht angewinkelt sein.
Penholder:
Diese Schlägerhaltung ist meist in Asien verbreitet. Dabei werden Daumen und Zeigefinger umschlingend um den Griff gelegt, sodass sie sich berühren. Die anderen Finger werden auf die Oberfläche der Rückhand gelegt. Diese Haltung hat einen Nachteil: das Spielen der Rückhand ist sehr eingeschränkt, und nur wenn man diese Technik perfekt beherrscht, wird man damit erfolgreich, da man auch dann den schwierigen Rückhandschlag beherrscht. Diese Spieler sind somit meist vorhandstarke Spieler und auf der Rückhand anfällig.
Schlägerblattstellungen:
Damit ist die Stellung (Neigung / Winkel) des Schlägers zum ankommenden Ball gemeint. Es wird zwischen 5 verschiedenen Stellungen im allgemeinen unterschieden:
stark geschlossen (harter Topspin), halb geschlossen ("Spintopspin" als Vorbereitung), senkrecht (Konter / Block), halb geöffnet (schupfen / leichter Unterschnitt), stark geöffnet (Unterschnitt).
Beinarbeit:
Sidesteps:
Sie sind die übliche Form der Fortbewegung beim Tischtennis. Dabei bewegt man erst das Bein, in dessen Richtung man sich bewegen will. Dies geschieht durch Abdrücken des von der Laufrichtung entfernten Beines. Nachdem das erste Bein dann den Fußballen aufgesetzt hat, zieht man das zweite nach. Die Schritte sind klein, schnell und bodennah.
Ausfallschritte:
Hierbei bewegt man nur ein Bein in die Richtung, in die man will. Ausfallschritte sind meist als Reaktion und zum passiven Spiel zu gebrauchen (kurzen Ball zurücklegen, Topspin abwehren). Dabei sollte man nach Ausführen des Schlages direkt in die Ausgangsstellung zurückkehren, was eigentlich nicht schwer ist, da man nur ein Bein wieder zurückbewegen muss.
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